| Dieser Seite befasst sich mit leuchtenden Pilzen,
welche dank Biolumineszenz in der Lage sind Nachts zu leuchten.
Dieser Bericht wurde mir freundlicherweise von Herbert Wurth zu
Verfügung gestellt und ich danke Herbert Wurth für diesen außerordentlich
interessanten Beitrag. Möchten Sie ebenfalls
einen so interessanten Bericht veröffentlichen, so nehmen Sie
bitte mit mir Kontakt auf. |
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Leuchtende
Pilze - Biolumineszenz im Pilzreich
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| Seit
Menschengedenken üben die durch biochemische Vorgänge
entstehenden Lichterscheinungen die nicht mit Wärmeentwicklung
gekoppelt sind, eine große Faszination auf den Menschen aus. |
| Jedem
von uns sind die Leuchtkäfer die in den warmen Juninächten
fliegen und uns mit ihrem Blinken erfreuen, bekannt. Die weiteste
Verbreitung haben leuchtende Organismen aber im Meer wo eine
Unzahl von Leuchtbakterien leben und unter geeigneten Bedingungen,
bei Sauerstoffeintrag, ihr Licht ausstrahlen. |
| Auch
im Pilzreich finden wir Biolumineszenz. Schon in der Antike wurde
von Aristoteles und Plinius leuchtendes Holz beschrieben. Für die
meisten Beobachter war es geheimnisvoll und unheimlich und wurde
mit Zauber, Feen und Elfen in Zusammenhang gebracht. |
| Im
Englischen weisen die
Begriffe wie „foxfire“ , “fairylights“ , “fairysparks“
und „ghostfungus“ darauf hin. |
| Lange
war der Grund für das Leuchten unbekannt. Erst 1823 wurde bei der
Untersuchung von Holz aus einer Mine der Zusammenhang mit
Pilzwachstum hergestellt. |
| Biolumineszenz
wird heute definiert als die Lichtemission die von lebenden
Organismen erzeugt wird. Es handelt sich um biochemische Energie
welche direkt ohne Wärmeentwicklung
in Licht umgewandelt wird. Für die Biolumineszenz sind
Stoffwechselprodukte die bei der Zersetzung von Substraten (wie
Holz) entstehen notwendig. Das sind spezielle Moleküle, wie z.B.
Luziferin, Panal, ATP (Adenosintriphospat), Luciferase (ein Enzym)
und Sauerstoff . |
| Über
den Nutzen für die Pilze gibt es nur Spekulationen, die chemische
Reaktion weist auf das Abfangen von störenden Radikalen hin,
vielleicht werden auch Insekten vom Licht angezogen und verbreiten
die Sporen oder werden vielleicht nachtaktive Schnecken irritiert
und verspeisen die Pilze nicht? |
| Heute
werden wissenschaftlich , aufgrund der sehr empfindlichen Detektion
auch schon geringster Lichtmengen, auf Biolumineszenz basierende
Tests zum Nachweis von Spuren von Umweltgiften oder auch
Krankheitskeimen eingesetzt. |
| Weltweit sind ca. 40 Pilzarten
mit diesem Phänomen bekannt. Sie haben keine äußerlichen
Ähnlichkeiten miteinander. Die meisten kommen in den Gattungen
Pleurotus (12) und Mycena (19)
vor. In den tropischen Wäldern harren sicher noch weitere Arten
auf ihrer Entdeckung. |
| Bei
uns ist die bekannteste Art der Hallimasch (Armillaria mellea) und
der Ölbaumpilz (Omphalotus olearius). Das mit den dunklen Myzelfäden
des Hallimaschs durchzogene verrottete Holz leuchtet bei genügender
Feuchtigkeit ,die Fruchtkörper selbst aber nicht. |
| Anders
verhält es sich mit der amerikanischen Art des auch
bei uns vorkommenden bitteren Zwergmuscheling (Panellus
stipticus). Bei ihm leuchten sowohl das Myzel als auch die Fruchtkörper
und ein großer Vorteil, er lässt sich ähnlich dem
Austernseitling, leicht auf Holz oder Substrat kultivieren. Schon
in den mit Malzextraktagar gefüllten Petrischalen ist beim
Wachstum des Myzels das Leuchten, für ein an die Dunkelheit
adaptiertes Auge, gut erkennbar. Die weitere Vermehrung geschieht
auf einer Mischung Getreide und Holzspäne. Damit können dann
Holzdübel beimpft werden. Auf den mit den Dübeln beimpften
Birkenstämme bilden sich nach der Durchwachsphase die leuchtenden
Fruchtkörper. |
| Die
Bilder zeigen einen Substratblock der aus Getreide und Dübeln
besteht. Es haben sich auch dort Fruchtkörper gebildet welche
aber aufgrund des erhöhten CO2-Gehaltes ein etwas abweichendes
Aussehen gegenüber den in freier Natur wachsenden Pilzen haben. |
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| Die
zweite Serie zeigt einen beimpften Birkenstamm mit Pilzen bei Tag
und Nacht. |
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| Für interessierte
Experimentierwillige gibt es bei Herbert Wurth noch einige Einheiten gut
durchwachsener Dübelbrut mit einer
Gebrauchsanweisung. |
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| Zum
Autor: |
| Herbert
Wurth lebt
in einer wald- und pilzreichen Gegend im Waldviertel in Niederösterreich
und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Pilzzucht und
Bruterzeugung mit Schwerpunkt abwechslungsreiche
Eigenversorgung. |
| Kontaktadresse: |
| Herbert
Wurth |
| pilzgarten@schoenau.at |
| http://www.pilzgarten.at |
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