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Pilze und Oekologie

Pilze scheinen wichtig zu sein.

Last Update: 22.12.05

Eine biologisch / ökologische Betrachtung des Webmasters   blinzler.gif (2210 Byte)
Was landläufig als Pilz bezeichnet wird, ist eigentlich nur ein Fruchtkörper, vergleichbar mit dem Apfel des Apfelbaumes (wobei bei diesem Vergleich der Apfelbaum eingegraben ist und nur die "Äpfel" überirdisch erscheinen). Der Fruchtkörper ist, wie beim Apfelbaum vergänglich, der eigentliche Pilz lebt aber weiter. Er lebt meist als weisses, fadenartiges Gebilde (ähnlich Spinnweben) in dem von ihm bevorzugten Substrat (Erde, Holz usw.), und wird auch Myzel genannt. Es gibt mehrere tausend Arten von Myzelien, welche solche oberflächlichen Fruchtkörper bilden.

Die Pilze (das Myzel) bilden einen wesentlichen Bestandteil unseres Ökosystems und existieren, meist unsichtbar und oft unerkannt, in einer sehr großen Vielzahl von Arten. Weltweit sind mehr als 100'000 Arten bekannt.

Man unterscheidet in abbauende Pilzarten, die Saprophyten (Fäulnisbewohner) welche im Kreislauf der Natur die chemisch gebundenen Grundstoffe der verschieden Lebensformen zur erneuten Verwendung laufend neu auftrennen und für neues Leben wieder freigeben. Die Parasiten, welche lebende Organismen befallen, diese schädigen und durch deren Ableben den Saprophyten den Weg zum wichtigen Abbau ebnen, sowie die Symbionten welche eine Symbiose, also eine Lebensgemeinschaft mit Pflanzen eingehen und damit wesentlich zur Gesunderhaltung der Pflanzenwelt beitragen.

Weiter gibt es ein paar Grenzgänger. Zum Beispiel die Flechten, welche eine Lebensgemeinschaft (Symbiose) aus Algen und Pilzen bilden und zudem als wichtige Anzeiger der Luftqualität Aufschluss geben, oder die sogenannten "Pilztiere" (Myxomyceten) welche in der Biologie einen Grenzbereich zwischen Tier und Pilz bilden.

In der weiteren Betrachtung spielen die Pilze eine wesentliche Rolle im geschlossenen Ökosystem Erde (auch benannt als Raumschiff Erde). 

Pro Jahr werden weltweit, nach offiziellen Schätzungen, von Pflanzen und Tieren rund 74 Milliarden Tonnen Biomasse produziert n_baum06.gif (9786 Byte), davon werden rund 90% von Pilzen, und etwa 10% von Bakterien, Tieren und Menschen, sowie von Feuer wieder abgebaut. Durch den Abbau werden in dem geschlossenen Ökosystem Erde, mit seinen beschränkten Ressourcen, die Grundbaustoffe des Lebens laufend wieder freigegeben.

Die Produktion von Biomasse verläuft mit Hilfe des Sonnenlichtes primär in der Umwandlung von Kohlendioxid (CO2) und  dem Blattgrün (Chlorophyll) in den grünen Pflanzen, zu Glucose (Zucker, Stärke) und Sauerstoff (O2). Für diese Umwandlung braucht es Wasser, daher sind die Pflanzen auf dieses angewiesen. Der Sauerstoff ist eigentlich ein Abfallprodukt dieser Umwandlung, bildet aber die Lebensgrundlage aller atmenden Organismen, das Kohlendioxid (CO2) wird in den Pflanzen gebunden.  Die erzeugte Glucose bildet die Lebensgrundlage für Pflanzen und Tiere, da sich Pflanzenfresser direkt, und Fleischfresser sich indirekt von dieser ernähren. Der Vorrat an Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre ist allerdings begrenzt und reicht, für diese Umwandlung lediglich für ca. 25-30 Tage. Ohne den laufenden Abbau von Biomasse und der damit verbundenen, erneuten Freigabe von gebundenem CO2, und anderer Grundbaustoffe, würde das Ökosystem der Erde in rund einem Monat zusammenbrechen, da alles Kohlendioxid (CO2) in dieser kurzen Zeit verbraucht wäre und so eine weitere Umwandlung zum Stillstand käme.  Auch wenn uns Pilze mit parasitischen Eigenschaften zuweilen ein Dorn im Auge sind und nicht in unser Nutzenschema passen, sie haben die wichtige Aufgabe alle organischen Stoffe für den Kreislauf abzubauen damit unser Ökosystem funktioniert. Ein Leben im heutigen Sinne wäre also ohne die wichtige Abbaufunktion der Pilze nicht möglich. Pilze sind also nicht bloß eine willkommene Ergänzung unseres Speiseplanes. Sie spielen eine enorm wichtige Rolle in unserem Ökosystem. 

Wir sind Bestandteil dieses geschlossenen Ökosystems (auch als Raumschiff Erde bekannt)  und können mithelfen den Fortbestand unserer Spezies, aller anderen Spezies, sowie die funktionierende Ökologie durch verantwortungsbewusstes Handeln zu sichern. Bedenken Sie, dass der Wald nicht uns allein, sondern auch einer ganzen Menge anderer Lebewesen, vom Reh bis zum Mikroorganismus gehört.

Genießen Sie den Wald, die damit verbundene Erholung und tragen Sie dazu bei, mit dem oben erworbenen Wissen und dem nötigen Respekt gegenüber der Natur, unser Ökosystem zu schonen, und somit schlussendlich uns selber und unsere Nachfahren am Leben zu erhalten.