| Zum Bestimmen von Pilzen braucht es
mindestens ein gutes Pilzbuch. Viele
dieser Bücher beinhalten einen Bestimmungsschlüssel welcher bei der Bestimmung wertvolle Hilfe bietet.
Doch erst einmal sollte man
wissen, dass Lebewesen nach ihren Verwandtschaftsgraden in ein
biologisches System
eingeordnet werden. Die Suche in dem Bestimmungsschlüssel beginnt ganz vorne und man sucht erst grob und dann immer
feiner auflösend nach der gesuchten Art. Einfacher
wird es, wenn man schon mal die Ordnung
der gesuchten Art erkennen kann. Dies ist meist nicht so schwierig
und somit kann im Bestimmungsschlüssel bereits zur
entsprechenden Ordnung vorgerückt werden. Jetzt
empfiehlt es sich die makroskopischen
Merkmale des Pilzes schriftlich festzuhalten. Somit wird man
bei der Suche nicht von gelesenem beeinflusst, sondern hat die
anfangs erkannten Eigenschaften auf Papier unverrückbar vorliegen.
Die weitere Suche führt zur Gattung. Ist
man in der Lage die Gattungsmerkmale (Beispiel)
ohne Schlüssel zu erkennen, so erleichtert dies die Suche
ungemein und man kann direkt bei der
Gattung mit der Suche weiterfahren. Die Gattungserkennung ist
meiner Meinung nach eine der wichtigsten Bestandteile bei der Bestimmung
von Pilzen. Das Erkennen einer Gattung
ist nicht immer ganz einfach, kann aber erlernt werden (man rufe sich
dabei nochmals in Erinnerung, dass die Taxonomie
nach Verwandschaftsgrad arbeitet). Hat man die Gattung gefunden bleibt
noch innerhalb der Gattung die gesucht Art zu
finden. Genau genommen braucht es zur Bestimmung der Art mit einem
Bestimmungsschlüssel kein Bild, ein solches kann aber durchaus hilfreich sein das Ergebnis einer Bestimmung
zu überprüfen . Hier will Mykonet mit seinem Bildarchiv
weiterhelfen. Ein lehrreicher Test;
bestimmen Sie mal ohne Bild und ohne vorliegendes Exemplar, rein
anhand Ihres Wissens der Merkmale, mit einem Bestimmungsschlüssel
einen Fliegenpilz.
Kompliziert? Einfach ist es nicht, jedoch
ist dieses Vorgehen mit etwas Übung einfacher und erfolgreicher
anzuwenden,
als einen Bildband mit 1000 und mehr Pilzbildern mit einem Fund zu
vergleichen.
Übrigens, einen Pilz den man bestimmen muss isst man
nicht! Man isst nur diejenigen Pilze die man sicher kennt! Also bleibt
vor dem Verspeisen eines bestimmten Pilzes zur eigenen Sicherheit noch der Gang zum
örtlichen Pilzkontrolleur (im Kanton Thurgau
hier, in Weinfelden und
Umgebung wäre das dann meine Wenigkeit). Warnung: Die zur Bestimmung
verwendete Literatur kann veraltet sein und ein als ehemals Speisepilz aufgeführter
Pilz kann
zwischenzeitlich als giftige Art entlarvt worden sein (solche Beispiele
gab es in der Vergangenheit bereits mehrere). Ein Pilzkontrolleur
muss auf dem laufenden
sein und Ihnen das Ergebnis Ihrer Bestimmung bestätigen können
oder weiter aufklären können.
Zu beachten bleibt noch, dass es in der Schweiz Sammelbeschränkungen,
und im Kanton Thurgau eine Positivliste
freigegebener Speisepilze gibt. Weiter sollte man diese Sammeltipps
beachten. Zudem ist der Schutz
der Pilze im Kanton Thurgau gesetzlich verankert.
Nb. Soll die Bestimmung gewisser Arten
kulinarisch, bzw. wissenschaftlich
erhärtet werden, so ist vielfach der Griff zur Chemie und/oder
zum Mikroskop
unumgänglich. Solche Arten können auf einer Pilzkontrolle nicht
freigegeben werden da deren Prüfmittel und der Zeitfaktor auf
einer Pilzkontrollstelle stark eingeschränkt sind. |