Zecken und Co.

Last update: 11.4.00

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Zecken und Fuchsbandwurm. Zwei Gesellen, welche einem den Spass am Pilze suchen etwas trüben könnten.  Diese Seite soll aufklären, was es mit Zeckenbissen und Fuchsbandwurm wirklich auf sich hat.
 
Beitrag über Zecken
Beitrag über Fuchsbandwurm
 
Zecken
Zecken, auch bekannt als Holzböcke, sind in verschiedenen Gebieten bekannt als Uebertrager von Krankheitserregern durch Zeckenbiss. Etwas Aufklärung über die Zecke und die übertragenen Krankheiten soll hier behandelt werden. Interessant für die hier vorgestellte Betrachtung ist der Holzbock (Ixodes ricinus).
Themen:
Systematik, Einordnung der Zecke
Morphologie, Lebensstadien der Zecke
Verhalten der Zecke
Vorkommen
Ansteckung, durch den Zeckenbiss (-stich)
Krankheiten, welche durch Zecken übertragen werden
Symptome einer Infektion
Impfung gegen FSME
Systematik* Die Zecken gehören zu den Gliederfüssern (Arthropoda) und bilden dort die Gruppe der Schmarotzermilben. Diese sind weltweit verbreitete, blutsaugende Aussenparasiten (Ektoparasiten) von Wirbeltieren. Bei vielen Zeckenarten tritt ein Wirtswechsel auf. Es gibt zwei Zeckenfamilien, die Schildzecken (Ixodidae), die ein hartes Rückenschild besitzen, und die Lederzecken (Argasidae), deren Oberseite lederartig ist. Der Holzbock (Ixodes ricinus), die  bekannteste mitteleuropäische Zecke, gehört zur Familie der Schildzecken. Als Blutsauger kann sie Erreger von verschiedenen Infektionskrankheiten auf Tier und Mensch übertragen. Die Frühsommer-MenigoEncephalitis (FSME) und die Lyme Borreliose, deren Erreger von ihr übertragen werden, sind die bekanntesten Beispiele solcher Infektionskrankheiten. Die Taubenzecke (Argas reflexus) ist eine Lederzeckenart, die als Parasit bei Vögeln auftritt.
Systematische Einordnung für den Holzbock (Ixodes ricinus):
Stamm Gliederfüsser (Arthropoda)
Klasse Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung Milben (Acari)
Familie Schildzecken (Ixodidae)
*siehe auch Gattungsbestimmung
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Morphologie Die Entwicklung der Zecke dauert 2-3 Jahre. Sie durchlebt dabei drei Lebensstadien und muss dabei 3 mal eine Blutmahlzeit aufnehmen.
1. Larve: Die Larve der Zecke ist 0,6mm und vollgesogen bis 1,25mm gross, hat sechs Beine und ist Hautfarben. Durch ihr erstes Blutsaugen wechselt sie in das Stadium zur Nymphe über. Opfer dieses ersten Blutsaugens sind meist Kleinsäuger, da sie noch nicht in der Lage ist die Haut grösserer Säuger zu durchbohren.
2. Nymphe: Die Nymphe der Zecke ist 1,2mm und vollgesogen bis 2mm gross, hat acht Beine und ist beige. Mit Hilfe eines zweiten Blutsaugens bei grösseren Tieren (Katzen, Eichhörnchen etc., aber auch Menschen) wechselt sie in das Stadium der adulten (erwachsenen) Form über.
3. Adulte: Die adulte Zecke ist längsoval, hat acht Beine, ist 2,4mm-4,8mm und vollgesogen bis 12mm gross und ist rötlich bis schwarz. Das Rückenschild bedeckt bei der männlichen Zecke den gesamten Rücken, beim Weibchen nur einen Teil des Rückens. Das dritte Blutsaugen bei grösseren Säugern (Hund, Reh, Rinder, Mensch etc.) braucht die weiblichen Zecke zur Entwicklung der Eier, ist beim Männchen für die Erreichung der Geschlechtsreife aber nicht unbedingt erforderlich. Das Weibchen legt im Herbst die Eier im Bodenbereich ab und stirbt dann.
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Verhalten Das Verhalten der Zecken zum Auffinden eines Wirtes, ist im Erbgut festgelegt. Sie empfindet spezifische Geruchs-, Temperatur- und Tastreize. Das dafür zuständige Sinnesorgan wird als Hallersches Organ bezeichnet und befindet sich in den Füssen der Vorderbeine. Zecken lassen sich nicht, wie oft behauptet, von den Bäumen auf ihre Opfer fallen, sondern befinden sich meist in der Krautschicht, wo sie sich durch Abstreifen auf ihre Wirte übertragen. Die Aufenthaltshöhe in der Krautschicht entspricht in etwa ihrer Opfergrösse (bei adulten Tieren ca. 1-1,2 m über Boden). Sie überwintern meist im Boden.
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Vorkommen Der Holzbock kommt in den gemässigten Zonen Europas und Nordamerikas vor und bevorzugt Standorte mit günstigen mikroklimatischen Bedingungen wie hohe Luftfeuchtigkeit und geeignete Temperaturen. Sie halten sich oft an Waldrändern, auf Waldlichtungen mit hochwüchsigen Gräsern und Bachauen auf. Man findet sie auch häufig in der Laubschicht von Laub- und Mischwäldern ohne grasigen und krautigen Unterbewuchs. Besonders in Übergängen zwischen verschiedenen Lebensraumtypen, wie Weg- und Waldränder mit Gräsern, krautigen Pflanzen und kleinen Sträuchern, halten sich die adulten Zecken gerne auf.
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Ansteckung Zecken beissen nicht, sie stechen (schmerzlos) und saugen am Blut des Wirtes über einen Stechrüssel. Sie behalten aber nicht alle Bestandteile des Blutes im Magen (sondern nur die roten Blutkörperchen) und leiten die nicht benötigte Blutflüssigkeit, zusammen mit ihrem Speichel, durch den Stechrüssel wieder in den Blutkreislauf ihres Opfers zurück. Genau hier liegt das Problem! Wurde einer der 3 Wirte ihres Lebenszyklus (siehe Morphologie) zuvor von einer anderen Zecke mit einem der unten stehenden Krankheitserregern infiziert, so wird die saugende Zecke selbst zum Träger und damit beim nächsten Wirt ihrerseits zum Uebertrager der Krankheitserreger. Sie steckt ihren nächsten Wirt durch ihren Speichel und das Zurückführen der nicht benötigten Blutflüssigkeit und ihrem Speichel, an. Der Kreislauf schliesst sich. Eine infizierte Zecke kann den Krankheitserreger teilweise auch auf die Nachkommen übertragen.
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Krankheiten Zecken übertragen hauptsächlich 2 Krankheiten, aber auch andere Krankheiten
Lyme-Borreliose: Eine bakterielle Infektion durch das Bakterium Borrelia burgdorferi. Mit diesem Bakterium infizierte Zecken, sind in den Wäldern weit verbreitet und führen zu den häufigsten Zecken-Infektionen. Die Lyme-Borreliose führt zu Erkrankungen von Haut, Gelenken, Muskeln, Nervensystem und Herz. Durch die Vielfältigkeit des Krankheitbildes ist die Diagnose einer Infektion mit Borrelia burgdorferi relativ schwierig. Eine Impfung gegen das Bakterium ist nicht möglich. Eine Behandlung durch Antibiotika kann, besonders bei Früherkennung meist erfolgreich durchgeführt werden. Bei einer späten Erkennung kann es zu chronischen Leiden kommen. Es gibt keinen Schutz vor erneuter Ansteckung.
Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis kurz FSME: Eine Virus-Infektion. Zecken die dieses Virus in sich tragen kommen nur in bestimmten Regionen vor. Infektionen durch FSME sind relativ selten (ca. 1-2% aller Zecken-Infektionen), häufen sich aber. Die FSME führt dabei zu Erkrankungen der Hirnhaut, zusätzlich in ca. 40%  auch des Hirns und in ca. 10 % des Nervensystems (Rückenmarksäule). Gegen das Virus gibt es die Schutzimpfung, welche alle 3 Jahre wiederholt werden sollte. Einmal angesteckt gibt es keine wirksamen Medikamente zur Behandlung. Antibiotika - Behandlungen sind, wie bei allen viruellen Erkrankungen nicht möglich. Ein überstandene FSME führt in der Regel zu einem langen Schutz vor FSME, da der Körper eigene Abwehrstoffe gebildet hat. Was aber nicht heissen soll, dass eine vorsorgliche Impfung nicht mehr nötig ist. 
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Symptome
Lyme-Borreliose: Erstes Symptom der Krankheit ist eine sich ständig vergrössernde, kreisrunde Rötung (Wanderröte) der Haut rund um die Bissstelle, die aber nicht in allen Fällen auftritt. Es können sich nach einigen Wochen auch ein Taubheitsgefühl, schmerzhafte Nervenentzündungen und Lähmungen an den Stellen entwickeln, an denen zuvor die Zecke gesaugt hat. Diese Symptome können sich zurückbilden und später wieder schubweise auftreten. Als Spätfolgen können Erkrankungen der Gelenke (erst grössere Gelenke wie Knie und Ellbogen, später kleinere Gelenke wie Finger), der Haut und des Herzens (z.B. Herzrhythmus-Störungen) auftreten. Weiter kann die Lyme-Borreliose ein breites Spektrum verschiedener Leiden hervorrufen und ist nicht zu unterschätzen (besuchen Sie für weitere Informationen auf das Thema spezialisierte Seiten / Foren im Internet).
FSME: Das Erkrankungsrisiko nach der Infektion mit dem FSME-Virus liegt bei ca. 30%. Die FSME-Erkrankung beginnt häufig mit ähnlichen Symptomen wie bei  einer Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Es kommt zu ca.  40% auch zu Hirnentzündungen, welche in der Regel keine bleibenden Schäden hinterlassen. Eine Infektion der Rückenmarkssäule kann zu  bleibenden Lähmungen und Schäden führen, mit denen in ca. 10% der Erkrankungen gerechnet werden muss.
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Impfung Gegen die seltenere FSME kann geimpft werden, gegen die Borreliose nicht. Risikopersonen erhalten dazu nähere Auskünfte bei Ihrem Arzt.
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Fuchsbandwurm  fox1.gif (9930 Byte)
Themen:
Morphologie, Lebensstadien des Fuchsbandwurms
Vorkommen des Fuchsbandwurms
Ansteckung, durch den Fuchsbandwurm
Krankheiten, welche durch den Fuchsbandwurm übertragen werden
Symptome einer Infektion
 
Morphologie

Der "gefährliche Fuchsbandwurm" , wissenschaftlicher Name Echinococcus multiocularis, ist ein ziemlich häufiger Parasit im Dünndarm von Füchsen, seltener von Hunden und Katzen. Ueber den Kot von Füchsen und anderen Endwirten werden die ausgeschiedenen Eier von den Zwischenwirten (Nagetiere, Mäuse) aufgenommen. In diesem Zwischenwirt entwickelt sich, meist in der Leber, ein tumorähnlich wachsendes Larvenstadium des Bandwurms. Werden die befallenen, und geschwächten Zwischenwirte von Füchsen verzehrt, ist der Kreislauf geschlossen. Die Eier des Fuchsbandwurmes überleben auch das Tiefgefrieren im Tiefkühler.

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Vorkommen Die Fuchsbandwurmeier kommen im Kot von Füchsen, seltener Katzen und Hunde vor. Ueber den Kot können Waldfrüchte, Pilze, aber auch Gemüse und Salate aus dem Garten, sowie Fallobst etc. mit Eiern des Fuchsbandwurmes verunreinigt werden. Die Eier können sich aber auch auf dem Fell toter Füchse, oder in der Wald- oder Gartenerde befinden und so übertragen werden (Hände gut waschen).
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Ansteckung Auch der Mensch kann sich mit Eiern des Fuchsbandwurms infizieren und daran erkranken. In der Schweiz werden jährlich ca. 10 neue Fälle von Fuchsbandwurmerkrankung, der alveoläre Echinokokkose, festgestellt. Dies vor allem in den nördlichen Landesteilen.
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Krankheiten Die Krankheit nennt sich alveoläre Echinokokkose. Die Larven des Fuchsbandwurmes, auch Finnen genannt, schädigen hauptsächlich die Leber, aber auch andere Organe.
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Symptome Die erst viele Jahre nach der Infektion auftretenden Krankheitserscheinungen verlaufen nicht typisch (Gelbsucht/Bauchschmerzen etc.). Die Infektion kann aber zu schweren Erkrankungen und unbehandelt zu Todesfällen führen. Bei Verdacht kann der Arzt eine Blutprobe machen und zur Untersuchung einschicken.
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