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| Eine der großen Schwierigkeiten beim Bestimmen von Pilzen
(die Bestimmung der Art) besteht in der vorgängigen Zuordnung des Fundes in eine Gattung. Gelingt einem
dieses, so wird die Bestimmung der Art wesentlich erleichtert.
Hinweise zur Gattungsbestimmung findet man hier.
Hier ein paar Worte
zu dem Begriff Gattung. |
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| Was bedeutet der
Begriff Gattung? |
| Der schwedische Forscher Carl von Linné
(18.
Jahrhundert) hat erstmals biologischen Arten einem Klassifizierungssystem, dem
binomischen Nomenklaturasystem bzw. der Taxonomie, zugeordnet. Dies ist ein
System welches jede biologische Art mit mindestens zwei Begriffen
eindeutig kennzeichnet, z.B. Amanita muscaria (Fliegenpilz). Der erste
Begriff, dessen Anfangsbuchstabe stets groß geschrieben wird, steht
dabei für die Gattung, der
zweite Begriff, dessen Anfangsbuchstabe stets klein geschrieben wird, steht für die Art.
Ein dritter Begriff kann für eine Rasse (Unterart, Subspezies), dem lateinisierten Namen
des beschreibenden Wissenschaftlers, oder eine Region stehen. Die Natur hat keine
Kenntnisse von diesem Klassifizierungssystem, dieses ist eine rein menschliche
Erfindung, welche sich nach Verwandtschaftsgraden (Ähnlichkeiten) richtet und versucht,
die Artenvielfalt der Lebewesen irgendwie zu ordnen und zu katalogisieren. |
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| Das binomische
Nomenklaturasystem (die Taxonomie) unterscheidet bei den Eukaryoten* in die Reiche der "höheren
Lebewesen", wie Pflanzen (Plantae), Pilze (Fungi) und Tiere (Animalia), sowie
in "niedere Lebewesen" wie Algen, niedere Pilze und
Protozoen, sowie in das Reich
der Prokaryoten** wie Blaualgen und Bakterien. |
| *Eukaryoten haben Zellen mit
einem typischen Zellkern, umgeben von einer Kernhülle. Zu den Eukaryota gehören alle
Tiere, höhere Pflanzen, Pilze, Moose, Flechten und Algen. |
| **Bei den Prokaryoten fehlt
die Kernhülle, im Gegensatz zu den Eukaryoten. |
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| Aufbau der Taxonomie
mit Wortendungen für das Reich der Pilze |
| Dieser Aufbau der
Taxonomie ist allgemein für jede biologische Art gültig. Als
Beispiel sei hier in runden Klammern der Zuchtchampignon
(Agaricus bisporus) eingeordnet. |
| Klassifizierungssystem |
Bei Pilzen |
| Reich
[Regnum], (Pilze), Tiere, Pflanzen |
Fungi |
| Stamm*, Abteilung*
[Phylum], Pilze und pilzähnliche (Ständerpilze, Pilze mit Basidien,
Basidiomycota) |
Endung -mycota |
| weitere Unterteilung in
Unterabteilungen [Sub-Phylum] möglich |
Endung -mycotina |
| Klasse
[Classis], (Pilze deren Basidien sich offen an der Oberfläche des Hymeniums
befinden, Hymenomycetes).
Im Gegensatz zu den Gastromycetes
(Bauchpilze) bei welchen sich die Basidien im Innern des
Fruchtkörpers befinden. |
Endung -mycetes
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| weitere
Unterteilung in Unterklassen
[Sub-Classis] möglich |
Endung -mycidae |
| Ordnung
[Ordo] (Blätterpilzartige, Agaricales) |
Endung -ales |
| weitere
Einteilung in Unterordnung [Sub-Ordo] möglich |
Endung -ales |
| Familie
[Familia] (Egerlingsartige, Agaricaceae) |
Endung -aceae |
| weitere Unterteilung in Unterfamilien
[Sub-Familia] möglich |
Endung -aceae |
| weitere
Unterteilung in Gruppen [Tribus] möglich.
Tribus beschreibt den Grundtyp der Gruppe. |
Endung -aceae |
| weitere
Unterteilung in Untergruppen [Sub- Tribus]
möglich |
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| Gattung [Genus] (Egerling,
Champignon, Agaricus) |
Endung -a, -us, -um, und
viele andere |
| weitere Unterteilung in Untergattungen
[Subgenus] möglich |
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| weitere Unterteilung in Sektionen
möglich |
Beschreibt im vorliegenden
Beispiel des Zuchtchampignons die Eigenschaften des Ringes, des Stiels und die Verfärbung
des Fleisches. |
| weitere Unterteilung in Subsektionen
möglich |
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| Art
[Spezies] (Zuchtchampignon, Agaricus bisporus) |
Die Beispielart ist hier mit Agaricus bisporus, dem
Zuchtchampignon sauber definiert. Vergleichen Sie bitte auch folgenden FAQ-Beitrag |
| Rasse**
weitere Unterteilung in Unterart [Subspezies] , Varietäten und Sorten
möglich. |
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| *in der Zoologie spricht man von Stamm, bei Pilzen eher von Abteilung |
| **Beifügung des lateinisierten Namens des beschreibenden
Wissenschaftlers, einer Region oder Varietäten |
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| Wozu taxonomische Namen? |
| Die Namen
biologischer Arten stammen zum Teil aus dem Lateinisch und zum
Teil aus dem Neugriechisch, können auch lateinisierte Namen deren
Erstbestimmer, Regionen, oder Varietätenbezeichnungen beinhalten. Aus diesem Grunde
sollte bei den Pilzen konsequenter Weise von
wissenschaftlichen Namen und
nicht von lateinischen Namen gesprochen werden. Es heisst so z.B. der Fliegenpilz mit
wissenschaftlichem Name "Amanita muscaria", der Steinpilz "Boletus
edulis" und der Pfifferling "Cantharellus cibarius". Pilze
werden somit,
unabhängig von Sprache und Dialekten, auf der ganzen Welt gleich
bezeichnet. Mit dem binomischen
Nomenklaturasystem werden so Sprachgrenzen umgangen. Jedes Lebewesen
wird mit einem eindeutigen Gattungs-
und einem Artennamen bezeichnet, welcher international genormt ist. Der
Gattungsname (z.B. Amanita) umfasst mehrere Arten mit ähnlichen Merkmalen
wie z.B. den Grünen
Knollenblätterpilz (Amanita phalloides), den Fliegenpilz (Amanita muscaria)
und andere. Gattungen mit ähnlichen Merkmalen (z.B. Amanita) werden zu Familien
(z.B. Agaricaceae) zusammengefasst. Familien mit ähnlichen Merkmalen werden zu Ordnungen
zusammengefasst (z.B. Agaricales)
und so weiter. Die wissenschaftlichen Namen einer Art sagen meist mehr über eine Art aus, als deren
deutscher (oder anders sprachiger) Name. Vor allem fällt einem die Zuordnung einer Art zu einer Gattung
mit dem wissenschaftlichen Namen leichter. Ein
Beispiel: spricht jemand von einem "Herrenpilz" (eine
schwäbische Bezeichnung für den Steinpilz), so habe ich (außer ich kenne diese
Dialektbezeichnung) keine Ahnung was dies für ein Pilz sein könnte. Fällt aber die
Gattungsbezeichnung "Boletus", so weiß ich schon mal, dass es sich um einen
Röhrling mit einem kräftigem Stiel (Dickbauchröhrling) handeln muss. Folgt nun noch der Artenname
edulis, so ist es für mich eindeutig klar; es handelt sich um einen Steinpilz. Oder noch
krasser; Ein Japaner erzählt mir auf japanisch von einen
Pilzfund und erwähnt dabei den
Ausdruck Boletus edulis. Da ich kein japanisch verstehe, habe ich zwar keine Ahnung
was er mir da erzählt, was ich aber sofort verstehe ist, dass es
sich bei seiner Erzählung um einen Steinpilz handeln muss. |
| Wer es genauer wissen will, dem
empfehle ich diesen Link. |
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