Pilzfotografie der besonderen Art

Last update: 9.11.05

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Anlässlich eines gemeinsamen Kurzabstechers in den Wald mit Joachim Dürst fand Joachim in einem hohlen Baumstrunk ein Pilzchen welches uns vor Ort Rätsel aufgab.  
Ein Pilzchen mit so vielen, engen und violetten Lamellen? Was könnte das wohl sein? Joachim hat als erstes auf Baeospora myosurus, den Mäuseschwanz-Amyloidsporrübling getippt, aber mit diesen violetten Lamellen (die gezeigten Farben stimmten beim Erstfund wirklich) und an Holz? Das kann doch wohl nicht sein. Wie sich später zeigte, lag Joachim mit seinem ersten Eindruck gar nicht so schlecht, zumindest die Gattung war richtig erkannt.
Leider war mit dem gepflückten Fund das einzige ausgewachsene Exemplar schon abgerissen. Wir haben den Fund also sicherheitshalber auf einem Karton nachfotografiert. Zum Glück schienen noch einige junge Exemplare nachzuwachsen. 
Zuhause haben wir den Fund dann relativ schnell als Baeospora myriadophylla, den Tausendblatt-Amyloidsporrübling bestimmen können. Ein relativ seltener Fund.
Also haben wir beschlossen den Fundort weiter zu beobachten und den jungen Pilzchen etwas Zeit zu geben gross zu werden. Joachim behielt den Fundort in verdankenswerter Weise im Auge.
Endlich, am 4.11.05 war es so weit, Joachim rief mich an dass die jungen Fruchtkörper zu fotografierfähigen Pilzchen nachgewachsen sind. Wir haben uns dann aufgemacht um weitere Aufnahmen machen zu können.
Der Fundort in einem hohlen Baumstrunk forderte uns allerdings ganz schön heraus. Mein erster Versuch die Pilze im Loch zu fotografieren
bestand aus dieser, etwas unstabilen Kamerapositionierung mit Ringleuchte 
und folgendem, einzigen, einigermassen brauchbarem Bild (aufgrund der wackeligen Installation waren die anderen Bilder nicht scharf).
So geht es nicht! Also blieb nichts anderes übrig diesen Fund irgendwie ans Tageslicht zu befördern!
Joachim ging nun ganz schön handfest ans Werk um mit Stechbeutel, Fäustel und Axt den Fund aus dem Stamminneren herauszuoperieren und in eine dokumentierbare Form ans Tageslicht zu befördern.  
Diese mykologische "Brachialmethode" hat den auch wirklich dazu geführt brauchbare Bilder der Fruchtkörper an dem  herausgelöstem Holzteil durchzuführen. Ein Teil der gemachten Bilder sind hier (als Bild 2 und Bild 3) veröffentlicht. Ob die Pilze ob der kraftvollen Behandlung gegenüber dem Bild des Erstfundes etwas blasser geworden sind kann wissenschaftlich nicht abgesichert bestätigt werden.